13.12.2011 | Hermann Gysel

Rolf Zwahlen tritt zurück

Aus den Abschiedsworten für Rolf Zwahlen an seiner letzten Parlamentsitzung.

Rolf Zwahlen ist der dienstälteste Parlamentarier. Seit seiner ersten Sitzung im GGR sind nun gut elf Jahre vergangen. Es gibt aber jetzt keine ausgedehnte Laudatio, sondern, wie es sich für einen Ingenieur gehört, 3 Punkte. Rolf Zwahlen ist 1. gut vernetzt, 2. humorvoll und 3. gemeinwohlorientiert.

Gut vernetzt: bei der Feuerwehr, bei den Bauern, in der oberen Gemeinde, bei der exportorientierten Maschinenindustrie, bei den Rauchern, bei der Gemeindeverwaltung, bei den Töff Fahrern und bei den Bienenzüchtern. Ausgezeichnete Voraussetzungen für die Arbeit im Parlament.

Humorvoll: Es ist nicht nur die Fähigkeit bei andern ein Lachen hervorzurufen. Es geht darum in einer Situation – trotz der bekannten persönlichen Fehler – einen eigenen, neuen Fehler zu erkennen und darüber zu lachen. Durch dieses zur eigenen Schwäche stehen, überwindet man das Bedrohliche. Denn wenn man sich dümmer macht als man ist, so wird man stärker als man scheint.

Gemeinwohlorientiert: Das wiederum muss man in 3 Unterpunkte aufteilen. i) Sachorientiert: Rolf Zwahlens Arbeit war – typisch für einen Ingenieur – sachorientiert und das bis ins Detail. Auch in der GPK. Er liess sich weder von der Fraktionsmeinung noch anderen politischen Drücken bestimmen. ii) Selbstkritisch. Rolf Zwahlen ging es nicht darum seine eigene Meinung durchzusetzen. Er war stets offen für gute Ideen, ob sie nun von rechts oder links kamen. Und er hat seine Haltung auch nach einem Geschäft noch kritisch hinterfragt. So ärgert ihn heute noch die ungenügend kritische Haltung gegenüber den Lifttürmen von Niederwangen. iii) Spontan: Vorbereitete Voten sind schön und recht, aber Politik wird erst richtig interessant, wenn man spontan reagieren kann. Erst das ermöglicht einen Prozess, der zu einer breiter abgestützten Entscheidung führt.

Wir danken Rolf Zwahlen mit zwei kleinen Geschenken – einem Gutschein für eines deiner Hobbys und etwas gegen Entzugserscheinungen vom Parlament – ein Buch mit dem Titel „Die Kunst des klaren Denkens“.